Die 10 schönsten Strände Italiens
Italiens Küstenlinie ist über 7.400 Kilometer lang und umfasst zwei der schönsten Inselgruppen des Mittelmeers. Die Qualität der Strände ist hoch, die Konkurrenz um die bekanntesten Plätze im August extrem. Wer früh im Jahr bucht oder die Schulter-Saison wählt, erlebt sie besser.
1. Cala Goloritzé, Sardinien
Cala Goloritzé liegt im Golf von Orosei und ist UNESCO-Weltnaturerbe. Der Zugang führt zu Fuß über einen Bergpfad von Baunei (rund zwei bis drei Stunden pro Richtung) oder per Boot. Der Strand ist ein kurzes Kieselband an einer senkrechten Kalksteinbucht; das Wasser ist so transparent, dass man den Grund in fünf Metern Tiefe sehen kann. Im Sommer werden Tages-Bootstickets limitiert; der Fußweg ist eine Alternative und schöner. Klettern an der Cala Goloritzé-Wand ist für erfahrene Sportkletterer eine bekannte Zusatzoption.
2. Spiaggia Rosa, Budelli, Maddalena-Archipel
Der rosa Sand entsteht durch die Trümmer einer einzelnen Muschelart (Miniacina miniacea) und mikroskopischer Korallenreste. Seit 1994 ist Budelli streng geschützt; Betreten des Strandes ist verboten, Beobachtung nur vom Wasser aus gestattet. Bootstouren durch das Maddalena-Archipel führen an Budelli vorbei. Der Strand wird auf alten Fotos als Landepunkt dargestellt; dieser Zugang ist seit Jahrzehnten abgeschlossen.
3. La Pelosa, Stintino, Sardinien
La Pelosa ist einer der fotogensten Strände Italiens: flaches türkisfarbenes Wasser, weißer Quarzsand, im Hintergrund der mittelalterliche Torre della Pelosa. Seit 2017 gilt ein tägliches Besucherlimit mit Ticket-Pflicht in der Sommersaison (Juni bis September); ohne Ticket kein Eintritt. Die Beschränkung hat die erhebliche Erosion teilweise gestoppt. Badeschuhe sind empfohlen, da Seeigel in den Fels-Randzonen vorkommen.
4. Tropea, Kalabrien
Tropea liegt auf einem Tuffsteinfelsen über einem türkisfarbenen Strand und ist eine der am häufigsten fotografierten Stadtansichten Süditaliens. Der Sandstrand (Spiaggia della Rotonda und Spiaggia di Tropea) liegt direkt unter der Altstadt; der Kontrast zwischen historischem Zentrum und azurblauem Wasser ist das Hauptmerkmal. Das Wasser ist klar und warm; die Strände sind im Sommer voll, aber gut organisiert. Beachclubs dominieren; öffentliche Abschnitte sind vorhanden.
5. Cala Mariolu, Sardinien
Eine weitere Perle des Gulf of Orosei: Cala Mariolu ist von zwei weißen Kiesel-Sandstrand-Abschnitten geformt, von denen einer in ein tiefes Türkisblau übergeht. Der Name stammt angeblich von den hier einst häufigen Murainen (Muränen, dialektal Marioli). Nur per Boot oder über einen langen Wanderweg erreichbar. Schnorcheln im klaren Wasser ist einfach und ergiebig; Unterwasserfelsen beherbergen Goldbrassen, Oktopusse und Meermöwen-Kolonien auf den Klippen darüber.
6. Spiaggia dei Conigli, Lampedusa
Der Strand der Kaninchen auf Lampedusa gilt als einer der schönsten Europas und ist der Hauptnistplatz der Unechten Karibik-Karettschildkröte (Caretta caretta) in Italien. In der Nistsaison (Mai bis Oktober) ist der westliche Strandabschnitt nachts gesperrt. Tagsüber ist Tagesbesuch mit dem Naturschutzgebiet-Ticket möglich; Übernachtungen auf der Insel sind begrenzt. Lampedusa liegt geografisch näher an Tunis als an Sizilien.
7. San Vito Lo Capo, Sizilien
Ein breiter, weißer Sandstrand zwischen Kalksteinfelsen am westlichen Zipfel Siziliens: San Vito Lo Capo ist Familienstandard und trotzdem außergewöhnlich schön. Das Wasser ist klar und flach; der Ort ist entspannt und hat eine gute Gastro-Infrastruktur (das Couscous-Festival im September ist überregional bekannt). Blue-Flag-zertifiziert.
8. Cefalù, Sizilien
Cefalù hat einen der urbansten Strandcharaktere dieser Liste: der Sandstrand liegt direkt vor der normannischen Kathedrale (12. Jahrhundert) und der mittelalterlichen Altstadt. Das Wasser ist klar und wird bewacht; der Strand ist im Sommer voll, aber die Altstadt dahinter rechtfertigt den Besuch unabhängig. Die Kombination aus Architektur, Kulturgeschichte und Strand ist einmalig.
9. Cala Luna, Sardinien
Cala Luna ist eine halbmondförmige Bucht im Gulf of Orosei mit weißem Kieselstrand, türkisem Wasser und einer markanten Naturhöhle am nördlichen Ende. Zugänglich per Boot oder über einen mehrstündigen Wanderweg von Cala Gonone. Im Sommer kommen täglich hunderte Boote; früh morgens oder außerhalb des August ist die Bucht deutlich ruhiger. Der Wanderweg über die Küste bietet einer der schönsten Küstenansichten Sardiniens.
10. Polignano a Mare, Apulien
Polignano ist kein klassischer Sandstrand, sondern eine Kalksteinküste mit tiefen Meeresbuchten direkt unter der Altstadt. Der bekannteste Zugang ist die Lama Monachile (Cala Porto): eine schmale, kieselbedeckte Bucht zwischen zwei Kalksteinwänden, direkt unter einer Römerbrücke. Das Wasser ist ausgesprochen klar. Polignano ist Heimatstadt von Domenico Modugno (Volare) und Austragungsort des Red Bull Cliff Diving seit Jahren.
Auf der Karte
Alle genannten Strände sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Sardinien und Sizilien sind die reichhaltigsten Cluster; für Apulien und Kalabrien empfiehlt sich eine Mietwagen-Küstentour.